Die Mehrheit der Bürger wollen sie, Grüne, SPD, die Linke und jüngst auch die FDP wollen sie. Hella von Sinnen, Cornelia Scheel und Rosenstolz wollten sie schon in den 90ern: Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Zwar können sich Lesben und Schwule seit 2001 in Deutschland verpartnern lassen, peu à peu haben Aktivistinnen und Aktivisten danach die Standesämter in den Ländern erobert. Doch immer noch verweigert der Gesetzgeber die völlige rechtliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe. Verpartnerte Lesben und Schwule dürfen gemeinsam keine Kinder adoptieren, sind steuerlich schlechter gestellt oder können nur gemeinsam veranlagt werden, wenn sie einen gesonderten Antrag darauf stellen. Immer noch heißt es deshalb für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland: Wir dürfen zwar die gleichen Worte sagen, haben aber nicht die gleichen Rechte. Das muss sich endlich ändern. Deshalb sagt der ColognePride 2012 „Ja, ich will!".
Die Lebenspartnerschaft gab vielen lesbischen und schwulen Menschen die rechtliche Sicherheit, ihren Partner endlich offiziell als Familie bezeichnen zu dürfen. Doch am Anfang überwogen die Pflichten für Lebenspartner. Paragraph für Paragraph mussten Mutige die schrittweise Angleichung mit der Ehe vor Gericht erkämpfen. Mehr als einmal stellte erst das Bundesverfassungsgericht klar, dass Lebenspartner nicht diskriminiert werden dürfen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die letzten Rechte angeglichen werden. Wir haben lange genug gewartet. Wir fordern die Politik auf, endlich zu handeln, endlich die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.
Eigentlich gibt es im Deutschen Bundestag eine parlamentarische Mehrheit für die Öffnung, nur die CDU/CSU-Fraktion stellt sich immer noch dagegen. Deshalb stellt der ColognePride in den nächsten Wochen allen Abgeordneten die gleiche Frage. Mit einer einfachen Antwort können die Politiker sich positionieren: „Ja, ich will die Gleichstellung von Schwulen und Lesben!". Auf einer gesonderten Internetseite veröffentlichen wir die Ergebnisse anhand eines virtuellen Sitzungsplans. Unterstützen Sie uns dabei, den Druck auf die Abgeordneten zu erhöhen, damit sie die rechtliche Situation bald angleichen. Schreiben Sie an ihren Abgeordneten und fordern Sie ihn auf zu sagen: „Ja, ich will!"
Neben der virtuellen Abstimmung wird das Motto „Ja, ich will!" in den nächsten Wochen und während des ColognePride ganz unterschiedlich eingesetzt. Mal spielen wir mit dem Spruch, mal kommt er ganz ernst daher. Ob als Button, Plakat oder Aufkleber - wir wollen endlich mehr als die gleichen Worte sagen dürfen.















